Polarkreis 18 – Polarkreis 18 (2007)

Do you know these bands, that are really good in the beginning but fail ultimately? Polarkreis 18 from Dresden, Germany is one of these bands. Their second selftitled album is a fantastic, fresh, experimental pop release. They managed to mix opposing elements in their tracks. On the one hand you can find sophisticated synth-melodies, that try to reach perfection and sound a little mathematic. On the other hand there are big orchestra moments. This balancing act is one interesting aspects of Polarkreis 18. They are not afraid of big references like Radiohead or Sigur Rós. So all in all the beginning was a great one. I have chosen three tracks from their second album to present to you.

But with their fourth album Frei they fucked it up. Now they sounded like Modern Talking and the orchestra moments changed to oppulent kitsch. Felix Räuber’s once so interesting voice became an unnerving screeching. In 2012 the band broke up for now. Maybe it’s better this way. I will just keep enjoying their second and third album and try to avoid the fourth one.

Ich möchte heute eine Lanze für die dresdener Band Polarkreis 18 brechen. Viele von euch kennen vermutlich Allein Allein, das sich ganze 49 Wochen in den deutschen Charts hielt. Es stammt von ihrem dritten Album The Colour of Snow (2008). In meinen Augen hatten Polarkreis 18 ihre stärkste Phase jedoch vor diesem beeindruckenden Durchbruch.

Ihr selbst betiteltes zweites Album erschien 2007 bei Motor Music und überstrahlte den deutschen Pop-Einheitsbrei wie ein funkelnder Eiskristall. Musikmagazine wurden auf die Band aufmerksam, die breite Masse erreichten Polarkreis 18 trotz positiver Kritiken jedoch nicht. Dennoch bietet sich hier ein unglaublich stimmiges Zusammenspiel von referenzlastigen Elementen, die selten so gut gemischt wurden.

Die fünf Dresdener spielen lupenreinen Pop, der sich nicht davor scheut Gegensätze zu vereinen. Zum einen finden sich akribisch gebastelte Synth-Melodien, die in ihrer Perfektion oft mathematisch und etwas unterkühlt wirken. Zum anderen an Bombast grenzende Orchestermomente, die von der Band an den richtigen Stellen und im richtigen Maß eingesetzt werden, sodass nie das Gefühl von Kitsch aufkommt. Diese Gratwanderung setzt viel handwerkliches Können und Selbstbewusstsein voraus. Von Selbstbewusstsein zeugen auch die musikalischen Referenzen, bei denen die Band nicht gerade tiefstapelt. Ganz offensichtlich wird hier mit Sigur Rós und Radiohead geliebäugelt, wobei der Stil nie zur stumpfen Nachahme verkommt.

Warum spreche ich vom Lanze brechen, wenn ich so überzeugt von Polarkreis 18 bin? Weil sie im Laufe der Zeit ihrem Balanceakt zum Opfer vielen. Lässt The Colour of Snow noch viel Kreativität und Experimentierfreude erkennen, verkommt ihr viertes Album Frei zur auditiven Folter. Die Referenzen tendieren nun eher zu Modern Talking. Aus gekonnt eingesetzten orchestralen Ah-Momenten wird klebriger Pop-Barock und Felix Räubers einst so interessante Stimme betreibt konsequent Nervenmord. Einziger Lichtblick bleibt das spannende Spiel mit cineastischen Klängen, die Polarkreis 18 vermutlich der Unterstützung durch das Filmorchester Babelsberg zu verdanken hat. Doch würde ich mir den Film zu diesem Soundtrack nicht ansehen wollen. Mir bluten das Herz und die Ohren, wenn ich eine so vielversprechende Band einen solchen musikalischen Sturzflug hinlegen sehe. 2012 lösten Polarkreis 18 sich vorerst auf, da die meisten der Herren in weiß sich neuen Projekten zuwenden wollten. Vielleicht ist es besser so, ein wenig Abstand zum letzten Album könnte der Band guttun.

OT

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s